szmmctag

  • Ein-Tages-Urlaub im Spreewald

    20130720, LübbenauMomentan sieht es bei mir so aus, dass ich nur noch von Wochenende zu Wochenende lebe. In der Woche muss ich auf Freizeit verzichten, lange Arbeitszeiten und ein Heimweg von 1,5 Std. Dauer erlauben es zur Zeit nicht anders. Daher versuche ich, die Wochenenden so entspannend wie möglich zu gestalten. Heute ging es beispielsweise nach Lübbenau in den Spreewald.

    Von Berlin aus kann man dorthin spucken, die Regionalbahn fährt vom Ostbahnhof gerade mal gute 50 Minuten und ein Tagesticket im VBB-Gesamtnetz kostet 21 Euro, also alles machbar. Für die, denen der Spreewald so gar nichts sagt: Das ist eine historische Kulturlandschaft in der Niederlausitz in Brandenburg. Die Landschaft wurde in der Eiszeit geformt, das zurückgehende Eis schuf ein Gebiet aus hunderten kleinen und großen Flußläufen, die sich Fließe nennen und sich durch den damals dichten Urwald schlängelten. Später ließen sich sorbische Volksstämme dort nieder und machten den Boden urbar.
    Manche Grundstücke sind nur per Kahn erreichbar. In Lehde wird sogar die Post per Kahn gebracht oder der Müll per Kahn entsorgt. Das Wasser ist an den meisten Stellen sehr flach, teilweise nur 50 cm hoch, so dass man fast immer bis auf den Grund schauen kann und die Fische beobachten kann. In den Fließen finden sich Flussbarsche, Hechte und Aale, und in der strahlend grünen Natur drum herum kann man sich als Städter an den farbenprächtigen Libellen erfreuen, die die Ufer bevölkern. 40 verschiedene Arten gibt es im Spreewald, davon 17, die es sonst nirgends mehr gibt. Das erzählte uns unser netter Kahngondoliere Wolfgang. Während man genauso gut die Wander- und Radwege im Spreewald nutzen kann, gehört eine Kahnfahrt einfach dazu, mittendrin sein und vom Kahnführer etwas über Land und Leute erfahren. Schöner gehts nicht.
    Die Touren, die ab Lübbenau angeboten werden, bieten für jeden was, die kleine Minitour von 3 Stunden bis hin zur ausführlichen Tour von 7-9 Stunden. Die Kähne sind bequem, man lernt Menschen kennen und erlebt Natur pur.

    An den Schleusen stehen freiwillige Helfer, die die Schleusen manuell bedienen, dies auch gerne mit einem Familientag und Grillen verbinden, so wie ich es empfunden habe, wird Gemeinschaft in dieser Gegend großgeschrieben. Ein zauberhafter Hund wollte uns Kahntouristen übrigens eine Rostbratwurst anbieten und hat gar nicht verstanden, warum wir uns darüber totgelacht haben - merke: sogar die Hunde sind touristenfreundlich :)

    Die Stadt Lübbenau selbst kann man nur als wunderhübsch bezeichnen, unglaublich sauber und gepflegt, die Straßen von liebevoll gepflanzten Blumenbeeten geschmückt, eine pittoreske Dorfkirche - das volle Kleinstadtprogramm mit Gaststätten an jeder Ecke (habe wunderbaren gebratenen Hecht gegegessen und einen neuen Lieblingsfisch), die im Übrigen normale Preise haben und - wenn auch geschäftstüchtig - den Touristen nicht ausnehmen.

    Berühmt ist eine Bewohnerin dieses Gebietes, nämlich die Spreewaldgurke. Ihr kann man auch in der ganzen Gegend nirgendwo entkommen, ob Straßenstände mit unterschiedlichen Spreewaldgurkenvariationen oder die Restaurants, die ihre Speisekarte mit Gurkengerichten füllen. Wir haben festgestellt: Das Einzige, was noch fehlt, ist ein Spreewaldgurkeneis. Aber auch das wird es sicher bald geben.

    Kurz: Wer mal einen Tag aussteigen möchte aus dem hektischen Alltag, runterkommen und völlig geerdet werden möchte, dem kann so ein Kurzausflug in den Spreewald echte Entspannung bieten. Für mich war das heute wie Urlaub, ein wundervoller Tag.

     

  • Eine Bahnfahrt, die ist lustig...

    ... heute war die Bahnfahrt sogar spannend. Nach Wismar ging es heute früh von Berlin aus. Das erste Mal, dass ich mein Rad in die Regionalbahn mitgenommen habe und Glück hatte, dass ich bereits Ostbahnhof eingestiegen bin, denn innerhalb der Berliner Grenzen wurde es in dem Fahrradabteil dann noch ganz schön eng.

    So eng war es vor allen Dingen, weil so ein Honk sein Riesenfahrrad mitten in den Waggon gestellt hat und somit die Hälfte des für die Räder vorgesehenen Platzes blockierte, niemand anders konnte sich dazu stellen. Irritierend war zudem, dass das Rad voll bepackt war, mit Rucksack und einem kleinen Koffer, der Besitzer oder die Besitzerin (es war immerhin ein Damenrad) aber nirgends aufzufinden war. Mit einem kleinen Gummibändchen war das Rad "befestigt", was dazu führte, dass entweder mein Sitznachbar oder ich es regelmäßig festhielten, damit es nicht umkippt.

    Die nette Schaffnerin machte sich derweil auf die Suche nach dem Besitzer und klapperte die ganze Regionalbahn ab, ohne Erfolg. Meine Sitznachbarn und ich bastelten schon an Theorien. Die beliebteste war, dass dieses Rad vermutlich schon seit gestern immer wieder von Berlin nach Wismar und zurück fährt, weil der Besitzer (bei dem wir uns einig waren, dass das nur ein Mann sein kann) gestern den Herrentag feierte, besoffen aus der Bahn stieg und seine Sachen schlicht vergessen hat. Befeuert wurde die Theorie durch das regelmäßige Klingeln im Rucksack auf dem Gepäckträger. Zuerst ein normaler Handyklingelton. Und ab punkt 09.30 Uhr ging dann der Handywecker los. Immer im 10 Minutentakt mit einem nervtötenden Ton. Ich glaube beim dritten oder vierten Mal lagen wir schon halb am Boden vor Lachen. Andere Theorien gingen in die Richtung, dass der Besitzer sein Fahrrad anruft, um zu fragen, wo es steht. Wir machten die Schaffnerin auf den alleinstehenden Koffer aufmerksam, von wegen "man weiß ja nie in dieser Zeit, sollten wir das Rad nicht lieber beim nächsten Halt einfach rausstellen?" Die arme. Gegen 11.00 Uhr und weiterhin regelmäßigen Klingelstreichen des Rucksackhandys waren wir schon in die schlimmsten Verschwörungstheorien verstrickt. Als meine Sitznachbarn dann in Schwerin aussteigen mussten, konnte man die pure Verzweiflung in ihren Gesichtern sehen, weil sie nun die Auflösung nicht mehr mitbekommen konnten, während ich feixte und sagte, ich fahre bis zur Endhaltestelle...

    Und dann, nur noch wenige Kilometer vor Wismar, sollte sich das Rätsel lösen. Leider nicht ansatzweise so spannend oder unterhaltsam wie unsere Lösungsvorschläge. Da kam so ein Stoffel aus der oberen Etage runter, zog sich die Ohrstöpsel aus den Ohren und guckte dumm, als das restliche Abteil fast unisono ausrief "Da ist ja der Besitzer" *lach*. Ohne es zu wissen, hat der Typ mal eben nen ganzen Waggon (also das Unterdeck) über Stunden hinweg durch seine pure Abwesenheit bestens unterhalten. Dafür holte er sich aber auch noch eine volle Ladung "guter Ratschläge fürs nächste Mal" und Schimpfe von der Schaffnerin ab.
    Ich hab wirklich sehr lachen müssen heute Vormittag...

  • Mal wieder Fahrrad

    Der Frühling ist jetzt tatsächlich angekommen, da darf der regelmäßige Fahrrad Eintrag auch nicht fehlen.
    Normalerweise bin ich ab März schon wieder mit dem Rad unterwegs, aber der lange Winter hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Erschwerend kommt hinzu, dass ich seit Februar in Potsdam arbeiten muss und nicht gleich klar war, wie ich mein Rad in den langen Fahrtweg integriere. Noch erschwerender war die Tatsache, dass sich mein Bügelschloss seit Wochen nicht mehr aufschließen lassen wollte.
    So hing mein Rad schlapp am Laternenpfahl, während ich mit Ölen, Feuerzeug, Silikonspray und weiteren innovativen Ideen versuchte, das Schloss wieder aufzukriegen.

    Nun ja. Drei Tage wärmeres Wetter haben offenbar ausgereicht. Das Schloss ging heute geschmeidig auf (ein neues wird trotzdem gekauft), und das Rad wurde zu meinen Lieblingsjungs bei Little John Bikes gebracht. Was dabei irgendwie irritierend war: Die haben mich seit fünf Monaten nicht mehr gesehen, trotzdem begrüßte mich jeder Mitarbeiter fröhlich beim Namen mit dem Zusatz "was gibts denn jetzt schon wieder?". Hallo? Es ist ja nun wirklich nicht so, dass ich vorher wöchentlich dort war. Ich finde, die hätten wenigstens so tun können, als würden sie mich nicht erkennen...
    Und da mein Rad in dem langen Winter echt gelitten hat, hab ich heute, bevor ich zur Werkstatt bin, noch Zeit drauf verwendet, die Rostflecken auf Lenkrad und an den Pedalen zu entfernen. Damit ich nicht auf die Finger krieg von wegen Rad nicht gepflegt oder so. Und was passiert? Mitarbeiter schnüffelt an meinem Rad herum und fragt grinsend "Na, vorher noch frisch gewienert, wa?"
    Gemein.

    Dafür bin ich ab Donnerstag wieder mobil und komme hoffentlich aus dieser Trägheit, die sich nach den Wintermonaten bei mir eingeschlichen hat, wieder raus.

  • Zurück aus Wien

    20121223, WienWie schon im vorigen Jahr (da war es Prag) sind wir zu den Feiertagen aus Berlin geflüchtet und haben zu Weihnachten einfach nen Städtetrip gemacht. Wien sollte es dieses Mal sein, und wir waren echt beeindruckt von der schönen Stadt, der man vor allem zugute halten muss, dass sie sogar im Nebel und/oder Dauerregen wunderschön ist. Man möchte sich gar nicht ausmalen, wie es wohl mit ein wenig Sonne gewesen wäre *lach*.

    Nein, ehrlich, mit dem Wetter hatten wir nicht so richtig Glück. Als wir Sonntag Mittag ankamen und uns nach dem Check-in im Hotel dann gegen 15.00 Uhr in die Innenstadt aufmachten, goss es in Strömen und hörte auch bis in die Nacht hinein nicht mehr auf. Wir haben das entspannt genommen, unsere Schirme gegriffen und sind trotzdem durch die Stadt.

    Zunächst haben wir uns in der Kaisergruft etwas getrocknet und hatten da gleich eine Begegnung der unheimlichen Art. Nein, kein Habsburger ist auferstanden, sondern der etwas seltsame (und ich sags mal frech: geistig leicht behinderte) Pförtner hat uns begrüßt wie Ehrengäste, wollte unsere Hände schütteln, bedankte sich mehrfach für unser Kommen, machte nen Diener und lächelte uns so untergeben und geradezu hündisch an, dass wir etwas irritiert waren. Woanders wäre das der Beginn eines Horrorfilms gewesen. Immerhin ließ er uns umsonst hinein, so dass wir die 5€ Eintritt pro Person sparten, aber das war schon alles sehr ... strange ... Auf dem Weg nach draußen kamen wir später auch nicht einfach so an ihm vorbei, sondern wurden entsprechend verabschiedet. Ich frage mich immer noch, wen er dachte, dass er vor sich hat.

    Später haben wir uns dann in die St. Peter Kirche verliebt, Barock as Barock can, prunkiger in Sachen Marmor, Fresken und Gold geht es kaum, trotzdem wunderschön und zum Verweilen einladend. Obwohl man mit den Augen kaum alle Details ausmachen konnte, was mich bei vielen anderen übertrieben geschmückten Kirchen nervt, hatte das hier eine eher beruhigende Wirkung. Sehenswerte Kirche, sollte man mal reingehen, wenn man in Wien ist. Tags drauf haben wir uns u.a. den Stephansdom und die Karlskirche angesehen - beide ebenfalls sehr schön. Nur im Stephansdom hat man innen drin eine Lichtinstallation eingebaut, die das Kircheninnere leicht psychedelisch angehaucht in lila-gelb-grün anstrahlte, was mich nicht so angesprochen hat. Ich hab denn auch immer Jim Carrey im Hinterkopf den Jefferson Airplane Song "Somebody To Love" singen hören *lach*. Und in der Karlskirche, die seit Jahren restauriert wird, hat man aus der Not eine Tugend gemacht. Den Lift, den man zur Restaurierung der Fresken in der Kuppel gebaut hat, hat man gleich stehen lassen und zum Panorama Lift ernannt, mit dem sich Besucher also ganz nah an die Fresken heran fahren lassen können. Leider war er außer Betrieb, als wir dort waren, ist bestimmt ein tolles Erlebnis. Allerdings hat das den nachteiligen Effekt, dass dieser Lift in der ansonsten hübsch-barocken Kirche wirkt wie ein Fremdkörper und den visuellen Gesamteindruck einfach stört.
    (Hier in der Reihenfolge: St. Peter, Karlskirche und der Stephansdom von innen)
    20121223, Wien120121223, Wien2P1040357
    20121223, Wien3Schönbrunn und die Hofburg haben wir ebenfalls besucht, was in beiden Fällen eine schöne Tour war. Bei schönerem Wetter und vielleicht im Frühling oder so müsste Schönbrunn aufgrund des Parkgeländes besonders sehenswert sein. In der Hofburg kommt neben den zu besichtigenden Kaiserappartments auch eine sehr ausführliche Ausstellung der Silberkammer hinzu, die mir gut gefallen hat. Und natürlich das Sisi-Museum, durch welches wir allerdings hindurchgerast sind, weil wir den Stil dieser Ausstellung einfach nur schrecklich fanden. Dieser Personenkult um die Kaiserin, der hauptsächlich aus diesen schrecklichen Romy Schneider-Filmen resultiert, ruft bei mir nur Grauen hervor. Die Ausstellungsräume waren im dunklen Blau gehalten, man fühlte sich, als würde man durch ein Aquarium laufen, alles düster und deprimierend gepaart mit totalem Kitsch. Furchtbar. Leider muss man durchs Sisi-Museum, wenn man in die Kaiserapartments will...

    Wo waren wir noch? Kirchen haben wir glaube ich keine ausgelassen *lach*, neben den bereits erwähnten haben wir uns die Minoritenkirche angeschaut, die fest in italienischer Hand ist sowie die Maria am Gestade. Ich glaub, in der Michaelerkirche waren wir auch, oh je, das waren so viele.
    Ansonsten sind wir viel gelaufen, oftmals vor irgendwelchen Gebäuden mit lauter Ohs und Ahs stehengeblieben. Ist halt schön, eine europäische Stadt zu sehen, in der die alte Architektur so gut erhalten ist und eben nicht weggebombt wurde. Bei schönerem Wetter hätten wir sicher auch einen Spaziergang an die Donau unternommen, aber dank des dichten Nebels und der klammen Luft hatten wir schon Feuchtigkeit genug.

    20121223, Wien4Unser Weihnachtsmenü am Heiligabend haben wir im Stadtgasthof Eisvogel gegessen. Direkt am Prater gelegen ist das ein etwas hochklassigeres Restaurant, in dem uns jeder Wunsch von den Augen abgelesen wurde, und das Essen war einfach nur ein absoluter Genuss. Der Wein auch, den Schwesterherz so gekonnt ausgesucht hat, dass man meinen konnte, der australische Shiraz (genau, wir haben keinen Österreicher bestellt) wäre eigens für das Filet Mignon mit Aniskruste gekeltert worden *lach*. Himmlisch. Nach dem Essen hätte man uns Richtung Hotel kugeln können. Stattdessen sind wir aber noch ein bisschen durch den spätabendlichen, nebligen und menschenleeren Prater gelaufen, was mich persönlich total angemacht hat. Gut, es war wirklich etwas unheimlich, teilweise überhaupt nicht sehen zu können, worauf man zuläuft, um dann plötzlich vor ner angeleuchteten Clownsfigur zu stehen, aber dieser fast einsame Spaziergang hatte was. Hat eigentlich nur noch der Zither-Sound gefehlt...

    Ein Besuch in einem Wiener Kaffeehaus durfte natürlich auch nicht fehlen. Am Montag waren wir im Zuge der Hofburgbesichtigung bereits im Museumscafe und haben uns als "Lunch" Torte und Kaffee gegönnt, Dienstag ging es dann in das wirklich wunderhübsche Cafe Central, welches ich nur empfehlen kann, wenn man nicht nur auf was Leckeres aus ist, sondern auch die Architektur um sich herum bewundern möchte. Wir hatten Glück, der großflächige Hauptsaal war so voll, dass man den Arkadenhof geöffnet hat, in dem u.a. wir dann saßen, zwischen Säulen und verspielt verzierten Baldachins. Mal abgesehen von dem guten Essen konnte man sich nicht satt sehen an dem Raum, der eher venezianisches Flair versprühte.

    Was mir generell an Wien sehr gut gefallen hat ist die Tatsache, dass man als Touri nicht das Gefühl vermittelt bekommt, abgezockt zu werden. Die Preise - egal ob Eintritt in Museen, Speisen in Restaurants und Cafés, etc. - sind wirklich moderat. In den Kaffeehäusern wird für den Kaffee in seinen vielen Spielarten auch nicht mehr verlangt als beim Starbucks um die Ecke, dafür ist die Atmosphäre aber natürlich eine ganz andere. Also Wien kann man sich leisten, auch wenn man 2x pro Tag irgendwo essen geht, da muss man nicht in ein McDoof ausweichen, um Kosten zu sparen.
    Irrtierend dagegen fand ich diese Häufung an Pelzträgern. Ich meine nicht den Webpelzkragen an Mänteln oder das Kaninchenfellimitat. Sondern Mäntel/Jacken aus Nerz, Fuchs, Kaninchen und Zobel sah man zuhauf, und das waren nicht alles reiche russische Oligarchengattinnen... Naja, was einem halt so auffällt... Genauso wie - um wieder was Positives zu nennen - wir überrascht waren, so "unbefleckte" U-Bahnen vorzufinden. Entweder sind die Wiener allesamt braver als die Berliner, oder für Sprayer und andere Vandalen drohen derart drakonische Strafen, dass es das Problem in Wien halt gar nicht erst gibt.
    Im Übrigen kann man Geld sparen, wenn man nicht direkt in der Innenstadt wohnt, das öffentliche Verkehrsnetz in Wien ist so gut ausgebaut, dass man wirklich überall hin kommt und das alles auch recht schnell. Von unserem Hotel Lucia im 14. Bezirk waren wir binnen 10 Min am Stephansdom mit der U-Bahn.

    Um zum Schluss zu kommen: uns hats so gut gefallen, dass wir beschlossen haben, in nächster Zeit ein zweites Mal nach Wien zu reisen, dann vielleicht eher im Frühjahr oder Sommer mit der Chance auf besseres Wetter.

  • Berlin Festival of Lights 2012, Teil 3

    Auch heute bin ich noch mal los auf der Suche nach interessanten Lichtinstallationen.

    Wer mag kann das Video zum Hotel Adlon mal anklicken, das sieht schon teilweise echt faszinierend aus, was sich da auf der Fassade abspielt.

    Auch das Brandenburger Tor bleibt natürlich nicht "verschont", eine ziemlich faszinierende Installation findet sich auf der Vorderseite.
    Hier erstmal die knallbunte Rückansicht (alle Bilder zum Vergrößern anklicken).
    P1040009
    Und hier die Vorderansichten:
    DSCN4120DSCN4125P1040012P1040011
    Und neben den Fassadentapetenwechseln gibt es auch einen schönen Film, der auf das Tor projiziert wird. Ich habe mal versucht, das im Video festzuhalten. Es wird eine Hausfassade auf das Tor gespielt, mit imaginären hell erleuchteten Fenstern, in denen menschliche Schemen zu sehen sind, denen man beim Feiern, Tanzen, Staubsaugen etc. zusehen kann. Sieht erstaunlich realistisch aus.

  • Herbstfarben

    Das herrlich milde, sonnige Wetter in Berlin hat mich heute dazu verführt, nach dem Kinobesuch, mit dem Rad kreuz und quer durch den Tiergarten zu fahren. Man kann sich kaum satt sehen an den unterschiedlichen Grün-, Gelb-, Orange/Rot- und Brauntönen, die uns gerade umgeben, als würde man durch einen Tuschkasten surfen.
    Für den Indian Summer muss man zur Zeit nicht an die US-Ostküste, sondern kann den goldenen Oktober auch hier bestens erleben.

    Einige Impressionen:
    20121021, Herbstbilder

  • Berlin Festival of Lights 2012, Teil 2

    Und ein paar Eindrücke vom Potsdamer Platz. Neben der Sony-Werbung für den neuen James Bond "Skyfall" gibts auf den anderen Hochhäusern Textprojizierungen, die sich auch auf Boden wiederfinden, sofern man überhaupt einen Blick auf den Boden werfen kann, die Fußwege sind nämlich abends momentan von Menschen überlaufen.
    Im letzten Jahr hat das Festival of Lights um die 600.000 Touristen angezogen, diesmal sind es vermutlich nicht weniger.

    Das sieht schon alles sehr schön aus. An dem Kollhoff-Tower ist das Kunstprojekt "Time Drifts – Words of Berlin” von Philipp Geist zu sehen. Die Bäume in der Alte Potsdamer Straße werden in allen Regenbogenfarben angeleuchtet und sind mit Klangeffekten versehen.

    Hier zum Gucken (anklicken zum Vergrößern)
    Potsdamer Platz

  • Berlin Festival of Lights 2012, Teil 1

    Diesmal möchte ich das jährliche Festival of Lights nicht wieder an mir vorüberziehen lassen. So das Wetter mitspielt werde ich die beiden Wochenenden sowie meine abendlichen Heimfahrten nutzen, um mir möglichst viele Lichtinstallationen anzusehen.

    Heute:
    Der Berliner Dom in der Stilberatung. Welches Kleidchen passt am besten?
    Die Projektion präsentiert vom "Urlaubsland Österreich" macht halt fleißig Werbung für die Alpenrepublik, ist aber wunderschön anzusehen.
    Hier ein kleiner Überblick:

  • Mal wieder London :)

    Eigentlich wollte ich ja schon im Mai nach London fliegen - ja, schon wieder. Am liebsten würde ich 2x im Jahr durch die britische Hauptstadt streifen, aber mein Bankkonto sieht das anders.
    Umstruktierungen in meiner Firma machten es notwendig, dass ich meine Kurzreise verschieben musste, möglichst nach der Olympiade, wenn London wieder einigermaßen bezahlbar ist.
    Also Anfang Oktober.

    Stand das Datum erstmal fest, sah ich verzückt, dass ich noch in den Genuss der "Twelfth Night" Vorstellung in Shakespeare's Globe komme, in der einer meiner größten "Helden" Stephen Fry eine kleine Rolle übernommen hat. Das bleibt auch das Ereignis, welches mich in den Tagen am meisten begeistert hat. Nicht nur, dass das Stück wirklich perfektes Volkstheater ist mit seinen Verwechslungsspielchen, sondern einfach weil es echt ein Erlebnis ist, den Abend im Globe zu verbringen. Im letzten Jahr hat es für mich nur zu einer Besichtigung erreicht, aber zu erleben, wie das so ist, im ausverkauften Haus und mit lauter Menschen um einen herum, die sich an jeder kleinen, lustigen Spitzfindigkeit in Shakespeares Dialogen erfreuen. Fast eine Atmosphäre wie beim Volksfest, gut aufgelegte Schauspieler in einem durchweg männlichen Ensemble (auch für die weiblichen Rollen), in dem meines Erachtens besonders Mark Rylance in der Rolle der Olivia, um die sich hier mehr oder minder alles dreht, herausstach, er war einfach nur großartig. Das Publikum hat geschrieen vor Lachen, ich war nicht die einzige, die sich mit einem Taschentuch die Lachtränen aus den Augen wischen musste. Und wenn man während der Pause mal durchatmen konnte, ist man durch das Theater gelaufen und hat die wunderschöne Bühne nochmal aus der Nähe begutachtet.
    Ein fantastischer Abend, wann immer ich wieder in London sein werde und egal, welches Stück dort gerade gespielt wird, ich werde erneut versuchen, an Karten zu kommen.

    Den Tag zuvor bin ich vor dem schlechten Wetter nach Oxford geflüchtet, die ganzen altehrwürdigen Colleges wollte ich schon immer mal sehen. Grundsätzlich war das Timing zwar schlecht, weil an dem vergangenen Montag die ganzen Studenten wieder zurück kamen bzw. neue hinzuzogen, um sich einzurichten, ehe das Semester diese Woche Montag wieder begann. Durch die ganzen Einzüge waren viele Colleges geschlossen bzw. nur stundenweise für Besucher geöffnet. Lustig war dabei, dass aufgrund der ganzen Erstsemester unglaublich viele junge Leute durch die Straßen liefen, die entweder einen noch originalverpackten Wäscheständer oder ein Bügelbrett unterm Arm hielten, das war schon ein Bild für die Götter auf den Straßen.
    Geschafft habe ich das New College, das St. John's College, in der Christ Church, das Magdalen College und das Brasenose College, außerdem ging es natürlich noch in die Bodleian Library - alles mit fachmännischer Führung. Die Frage, die man sich stellt, wenn man manche Räume, Innenhöfe und Gärten gesehen hat ist, ob man sich auch nach ein paar Monaten als Student immer noch im Klaren ist, in was für einer wunderschönen Umgebung man lernen darf. Genießt man die traumhafte Unistadt eigentlich noch, oder ist das schon Alltag?
    Ich persönlich war ziemlich begeistert - auch über das Harry Potter Flair, welches einige der Räume und Höfe versprühten :)

    Neben den üblichen Spaziergängen durchs Regierungsviertel, dem Piccadilly Circus und Umgebung, den Besuchen in Harrods und anderen Edeleinkaufshäusern, hatte ich diesmal auch Zeit, in aller Ruhe Notting Hill und Camden zu erkunden. Meine Traumwohnung (zumindest durch Fenster betrachtet) habe ich schon gefunden *lach*, fehlt nur noch der Luxusjob.

    Was im vergangenen Jahr zeitlich nicht geklappt hat, hab ich diesmal unterbekommen - Besuche in der Tate British, der Tate Modern und der National Gallery. Kultur pur *lach*. In der Tate Modern hat es mir vor allem die Sonderausstellung "Edvard Munch: The Modern Eye" angetan, in der British und in der National Gallery waren es die alten Künstler, deren Gemälde ich genossen habe. So häufig hat man nicht die Gelegenheit, van Goghs, Klimts, Canalettos, Botticellis, Monets und wenauchimmer im Original zu sehen, und das auch noch für lau. Fand ich ziemlich eindrucksvoll.

    Außerdem erzählte mir mal jemand, dass man den Londoner Zoo sehen sollte. Gut, der war jetzt nicht so spektakulär, da sind wir Berliner halt echt verwöhnt. Toll und sehenswert ist aber die kleine Schmetterlingsausstellung - ein großes Zelt mit hübschen Grün- und Blühpflanzen bestückt, in dem Dutzende unterschiedliche Schmetterlinge und Motten frei herumfliegen. Da ergab sich natürlich das eine oder andere schöne Fotomotiv. Schmetterlinge sind einfach wunderschön. Punkt.

    Den letzten Abend beschloss ich mit einem Rundgang durch den Camdener Stable Market und einem Konzert in dem kleinen Pub Barfly in der Chalk Farm Road. Hong Kong Dong und Triggerfinger standen auf dem Programm, doch darüber hab ich im Hauptblog ja bereits berichtet.

    Gewohnt hab ich in der Nähe von Shepherd's Bush Market, sicher nicht die hübscheste Ecke (auch nicht das hübscheste Hotel, aber zweckmäßig und günstig), geprägt von afrikanischen und vorderasiatischen Einwanderern. Das wiederum hatte den Vorteil von lauter guten Gemüse- und Obsthändlern und leckerster Schnellimbissküche, egal, ob persisch, libanesisch oder was es aus der Ecke sonst noch alles gibt. Also ich hab mich die Tage über echt lecker ernährt *lach*.

    Was bleibt an Eindrücken? Viel Kunst. Sympathische Londoner, mit denen ich ins Gespräch gekommen bin, die mir Vorträge über Architektur, Kunst, öffentlichem Nahverkehr oder dem englischen Wetter gehalten habe. Der Begriff "Vorträge" ist hier positiv besetzt.
    Und wieder das Gefühl, dass ich mich in London dauerhaft zuhause fühlen könnte.

    Hier noch zum Aufklicken ein paar Impressionen aus Oxford und London.
    Collage_OxfordCollage_London

  • Seltsame Nachbarn

    Ich wohne in einem Mietshaus in Berlin Friedrichshain. Während das Haus selbst vom Eigentümer/Hausverwaltung dem langsamen Verfall überlassen wird, glänzt unser grüner Hinterhof, der wirklich schön bepflanzt und geflegt ist und zum Verweilen einlädt.
    Noch bis vor zwei Jahren gab es sowas wie eine "offizielle Grillstätte", die mittlerweile aufgelöst zu sein scheint. Ich persönlich finde es völlig legitim, dass Mieter den schönen Hinterhof mal nutzen, um draußen zu grillen. Andere Mieter sehen das offenbar differenzierter.

    So las ich heute Früh ein im Hausflur angebrachtes Schreiben, in dem ein Mieterpaar auf ein in ihrem Briefkasten anonym hineingeworfenes Schreiben (welches neben der Antwort angeklebt war) reagierte. Auf diesem anonymen Zettel wurden sie beschuldigt, die Hausordnung verletzt und die Ruhe am Abend gestört zu haben. Die Antwort darauf liest sich unglaublich besserwisserisch und von oben herab, und ob man dafür anderthalb Seiten Papier bedrucken muss, naja...
    Ich finde es grundsätzlich interessant, dass ein bisschen Gequatsche von einigen ansonsten unauffälligen Menschen im Hinterhof offenbar mehr stört (ich hab den ganzen Abend nichts gehört) als diese bescheuerte Schlagerkaraoke, deren Lärmopfer ich so oft spät abends werde.

    Was aber noch viel interessanter ist: Als ich heute Abend nach Hause kam, haben sich offenbar weitere Mieter - ebenfalls anonym, weil wir sind im Kindergarten - auf beiden Schreiben (der Anklage und der Antwort) verewigt. Von feigen Stasimethoden auf der einen und Überheblichkeit und Uneinsichtigkeit auf der anderen Seite rangieren die Vorwürfe. Habe selten so etwas Lächerliches gesehen und bin fast aufgeregt, ob morgen Abend noch weitere Mieter ihre Kommentare drauf geschrieben haben.
    Meine Güte, Leute, es ist Sommer, wir hatten jetzt mal ein paar schöne, warme Tage, und da haben halt ein paar Leute gegrillt am 24. Juli, das ist nicht der Untergang des Abendlandes. Und wer damit ein Problem hat, spricht die entsprechenden Mieter persönlich an, als so läppische, anonyme Mitteilungen in irgendwelche Briefkästen zu werfen. Wie peinlich.
    Hier zum Anschauen (anklicken für die volle Größe).
    Nachbarn_AnklageNachbarn_Antwort

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